Körperorientierte Psychotherapie

Fühle ich mich getrennt von mir, fühle ich mich getrennt von allem.

Angst und Depression mit dem Blick einer Traumatherapeutin betrachtet, sind Selbstregulationsstörungen. Ein Dauerzustand von Stress im Körper, den wir nicht bewältigen können, macht krank. Wir sind nicht in der Lage auf unsere Bedürfnisse zu reagieren, für uns selbst gut zu sorgen.

Es kann sogar sein, dass wir eigene Gefühle selbst gar nicht wahrnehmen können. Gefühllosigkeit als Folge eines Traumas ist ein häufiges Symptom, da die Fähigkeit, sich nicht mehr zu spüren, im Moment der Gefahr wichtig war.

Dieses Phänomen wird Dissoziation genannt. Unverbundenheit mit sich und anderen.

Körperorientierte Psychotherapie

* Mein Körper kommt mir fremd vor, unheimlich, unbehaglich, mein Körper ist kraftlos, da ist nur diese Schwere und gleichzeitig dieses entsetzliche Nichts.

Körperwahrnehmung – was soll das sein? Ich kann mich dem nicht zuwenden.

Ich bin erschöpft, permanent angespannt und da ist diese irgendwie unerträgliche Aufregung in meinem Körper.

Wie soll ich da Yoga machen? Entspannungsübungen? Atemübungen?

Die Gedanken, meine Aufmerksamkeit darauf zu lenken, lösen schon Panik aus.
Ich will nur weg! Aber wohin? Ich werde mich nicht los!

Nimmst du deinen Körper als un-heim-lich wahr, ist es zunächst unmöglich, eventuell sogar beängstigend, in dir selbst ein Zuhause zu finden.

Den eigenen Körper als „bewohnenswert“, als sicher und lebendig zu empfinden, kann als völlig neu erlebt werden, wenn er davor eher eine Gefahrenquelle war.

Mal gelingt dies erstaunlich schnell, mal denken wir: das bringt ja schon wieder nichts. Auch damit lernen wir umzugehen und schauen, warum diese Blockade oder Widerstand noch wichtig ist, ob ein Schritt übersprungen wurde, ob wir uns doch selbst zu viel Druck gemacht haben.

Traumasensibles Yoga und Focusing

Traumasensibles Yoga und Focusing sind zwei Ansätze aus der Körperpsychotherapie, die beispielsweise hilfreich sein können:

  • bei Problemen der Abgrenzung, wo liegen eigene Grenzen und wie ziehe ich diese
  • wenn du kaum wirkliche Nähe zulassen kannst
  • zur Verbesserung der Eigenwahrnehmung
  • bei starker Selbstkritik/mangelndem Selbstwertgefühl
  • bei Stressblockaden
  • um präsent im Hier und Jetzt zu sein
  • bei Schwierigkeiten Entscheidungen zu fällen
  • um Selbstregulation zu erlernen
  • bei akuten Angstzuständen oder Panikattacken
  • allgemein bei dem Gefühl von Kontrollverlust
  • bei Schlafstörungen
  • für den Umgang mit Triggern
  • bei Aufopferung und Minderwertigkeitsgefühlen

Es wird angestrebt, Kräfte zu stärken, um mit herausfordernden Situationen besser umgehen zu können. (Siehe Resilienzförderung)

Die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen (Innere Kind Arbeit oder Ego State), Aktivierung des Inneren Beobachters oder Visualisierungstechniken können hier mit einfließen.

Ob dies angezeigt oder erwünscht ist, ist wie bei allen Methoden stets individuell zu entscheiden.

Traumasensibles Yoga

Traumasensibles Yoga (TSY) ist eine Methode, die uns die Möglichkeit gibt, zu erlernen, was für viele Menschen das Normalste auf der Welt ist und für einige von uns unvorstellbar:

  • ruhig und tief zu atmen
  • meine Füße auf dem Boden zu spüren
  • meine Wirbelsäule selbstbewusst aufzurichten
  • meine Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge oder meinen eigenen Körper richten zu können
  • Abstand zu unangenehmen Gedanken, Gefühlen oder körperlichen Schmerzen herzustellen oder Kontakt aufzunehmen mit eben diesen

Das sind einige Beispiele aus der Praxis, die sich auf das Erden und Orientieren beziehen, um sich selbst aus Überflutungssituationen regulieren zu können und das eigene Nervensystem bei beispielsweise Panikattacken zu beruhigen.

All diese Übungen sind im Sitzen möglich. Es geht dabei keinesfalls um sportliche Verrenkungen auf der Yoga-Matte, sondern darum, individuelle Übungen zu probieren, die kleinschrittig zu Selbstwirksamkeit führen können.

Es können körperliche Ressourcen aufgebaut werden, die aktivierend oder beruhigend wirken können, je nach dem, was du brauchst und im Alltag anwenden kannst.

Es gibt im TSY für den Übenden kein „richtig“ oder „falsch“, sondern nur „unterstützt es dich?“ oder „unterstützt es dich nicht?“.

So können Fähigkeiten erlangt werden, die uns Mut und Kraft erleben lassen, um uns weiteren Themen zuwenden zu können.

Focusing

Focusing ist eine körperorientierte psychotherapeutische Methode. Hier gehen wir davon aus, dass unser Körper mehr „weiß“ als wir. Da er die Gesamtheit aus vergangenen Erfahrungen, dem Hier und Jetzt und auch der Vorstellung von Zukünftigem in sich trägt.

Wo stehe ich gerade?
Was hindert mich weiterzukommen?
Was bräuchte es, aus der Summe von Gedanken, Gefühlen, Erfahrungen für einen nächsten Schritt?

Focusing verbindet Körperwissen mit Gedanken. Es ist ein Prozess, der sich in einem Zustand zwischen unserem Alltagsbewusstsein und Entspannung abspielt.

Anders als bei der Hypnose oder Meditation gelangst du nicht in einen tiefen Trancezustand, sondern kannst jederzeit deinen wachen Verstand miteinbeziehen.

Es kann ein innerer Dialog entstehen, der dir Verständnis oder Veränderungsschritte schenkt.

Ohne, dass wir etwas erzwingen wollen, sondern durch Achtsamkeit, Absichtslosigkeit und Akzeptanz schaffen wir Freiraum in uns selbst, um dem Körper die Gelegenheit zu geben, aus sich heraus zu antworten. Dies geschieht beispielsweise durch innere Bilder, Gefühle, Erinnerungen, Worte oder Körperempfindungen, die auftauchen.

Eine weitere wichtige Methode im Focusing ist das Partialisieren. Es bedeutet, sich von der Identifikation von heftigen Gefühlen zu lösen, sich weniger mit unseren Ängsten zu identifizieren und Abstand zu gewinnen.

Damit ist keinesfalls gemeint, dass wir sie nicht ernst nehmen, jedoch kann der Wechsel von „Ich bin unsicher.“ zu „Da ist etwas Unsicheres in mir.“, Erleichterung bringen.

Jetzt ist es möglich, sich der Unsicherheit, der Angst, der Wut oder der Trauer zuzuwenden. Sie wird zu einem „Teil“, dem wir zuhören können, während wir gleichzeitig im Hier und Jetzt in Sicherheit verankert sind.

Der Raum in uns wird sozusagen vergrößert, sodass die Gefühle an Macht verlieren können.

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